Behandlungsfehler: Hohes Schmerzensgeld für geschädigtes Kind

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Schmerzensgeld in Höhe von 650.000 Euro wurde jüngst vom Kammergericht Berlin einem viereinhalbjährigem Kind zugesprochen, welches infolge ärztlichen Fehlverhaltens immense Gesundheitsschäden erlitten hatte. Das betroffenen Kind muss sich 2002 einer Operation wegen eines Armbruchs unterziehen, binnen derer es infolge ärztlichen Fehlverhaltens zu Komplikationen kam. KG Berlin, 16.02.2012 - 20 U 157/10

Schmerzensgeld in Höhe von 650.000 Euro wurde jüngst vom Kammergericht Berlin einem viereinhalbjährigem Kind zugesprochen, welches infolge ärztlichen Fehlverhaltens immense Gesundheitsschäden erlitten hatte. Das betroffenen Kind muss sich 2002 einer Operation wegen eines Armbruchs unterziehen, binnen derer es infolge ärztlichen Fehlverhaltens zu Komplikationen kam. KG Berlin, 16.02.2012 - 20 U 157/10

Folge war ein schwerer Hirnschaden – das Kind ist heute zu 100% schwerbehindert mit Lähmungen an alles vier Gliedmaßen und Pflegebedarf der Stufe III.

Die Höhe des Schmerzensgeldes begründete das Gericht vor allem damit dass es, anders als bei einem Geburtsschaden, hier möglich sei, dass sich das Kind an den Zustand vor der OP erinnern kann und ihm somit seine Behinderung und Ausweglosigkeit in gewisser Weise bewusst ist. Dies müsse sich nach Ansicht des Gerichts schmerzensgelderhöhend auswirken.

Der zugesprochene Betrag wird zum Teil als Schmerzensgeld, zum Teil als Schmerzensgeldrente bezahlt.

(KG Berlin, Urteil vom 16.02.2012, Az. 20 U 157/10)