Namensrecht des Kindes I

Geschrieben von Rechtsanwältin Reubel am .

Ein kurzer Überblick über das Namensrecht des Kindes bezüglich seines Nachnamens.

Ein kurzer Überblick über das Namensrecht des Kindes bezüglich seines Nachnamens.

Führen die Eltern einen gemeinsamen Familiennamen (= Ehename) so erhält das Kind den Ehenamen seiner Eltern als Geburtsnamen.
Zum Ehenamen können die Ehegatten ihren Geburtsnamen oder den zur Zeit der Erklärung über die Bestimmung des Ehenamens geführten Namen der Frau oder des Mannes bestimmen.

Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen, so ist zu unterscheiden:
Steht den Eltern die elterliche Sorge gemeinsam zu, können sie durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten den Namen, den die Mutter oder der Vater zu der Zeit führt, zum Geburtsnamen bestimmen. Diese Wahl der Eltern gilt auch für ihre weiteren Kinder.
Wird innerhalb eines Monats nach Geburt des Kindes kein Name bestimmt, beispielsweise, weil sich die Eltern nicht einigen können, so überträgt das Familiengericht das Bestimmungsrecht einem Elternteil.

Steht die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so erhält das Kind den Namen dieses Elternteils, also den Namen, den dieser Elternteil im Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt.
Der Elternteil, dem die Sorge zusteht, kann auch - mit Einwilligung des anderen Elternteils (und des Kindes, wenn dieses das fünfte Lebensjahr vollendet hat) - dem Kind den Namen des anderen Elternteils erteilen.

Wird die nachträgliche gemeinsame Sorge der Eltern erst begründet, wenn das Kind bereits einen Namen führt, so kann der Name des Kindes innerhalb von drei Monaten nach Begründung der gemeinsamen Sorge neu bestimmt werden. Die Eltern können den zum Bestimmungszeitpunkt von einem der Elternteile geführten Namen wählen.
Falls rechtskräftig festgestellt wird, dass der Mann, dessen Namen das Kind als Geburtsname trägt, nicht der Vater ist, so erhält das Kind auf Antrag den Namen der Mutter, den diese im Zeitpunkt der Geburt des Kindes führt, als Geburtsnamen.

Bestimmen die Eltern einen Ehenamen, nachdem das Kind das fünfte Lebensjahr vollendet hat, so ist eine Änderung des Geburtsnamens mit Zustimmung des Kindes möglich.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Einbenennung möglich. Wenn ein Elternteil und dessen Ehegatte, der nicht Elternteil des Kindes ist, das Kind in ihren gemeinsamen Haushalt aufgenommen haben, können sie ihren Ehenamen dem Kind erteilen, dem von dem Kind geführten Namen voranstellen oder anfügen, falls die ggf. erforderlichen Einwilligungen vorliegen.