Fragen und Antworten zur SCHUFA

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Jeder kennt sie, viele wissen jedoch nicht genau was sich dahinter verbirgt. Lesen Sie im folgenden Rechtstipp Wissens- und Beachtenswertes rund um die SCHUFA.

Jeder kennt sie, viele wissen jedoch nicht genau was sich dahinter verbirgt. Lesen Sie im folgenden Rechtstipp Wissens- und Beachtenswertes rund um die SCHUFA.

Was ist die SCHUFA eigentlich?

Die Abkürzung SCHUFA steht für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherheit". Diese erfasst kreditrelevante Informationen über Verbraucher und stellt diese ihren Mitgliedern bzw. Kunden zur Verfügung.

Die SCHUFA ist keine Behörde, wie viele denken, sondern eine privatrechtliche Gesellschaft, die Ende der 20er Jahre in Berlin gegründet wurde.

Damals wollte ein Berliner Elektrizitätsanbieter seinen Privatkunden auch Elektrogeräte anbieten, jedoch nur denjenigen, die zuverlässig ihre Stromrechnung bezahlten.

Diese Idee, die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern anhand ihrer Zahlungsmoral zu beurteilen, wird bis heute durch die SCHUFA praktiziert.

Was macht die SCHUFA eigentlich genau?

Die SCHUFA ist nicht selbst beim Datensammeln aktiv, vielmehr speichert und verarbeitet sie nur die an sie gelieferten kreditrelevanten Informationen über Verbraucher und Unternehmen.

Diese werden dann für Mitglieder und Kunden zum Abruf bereitgestellt, meist damit diese bei der Planung von Geschäftsabschlüssen das bisherige Finanzverhalten und somit die finanzielle Vertrauenswürdigkeit der Vertragspartner prüfen können.

Was speichert denn die SCHUFA im Einzelnen?

Die SCHUFA speichert folgende Daten:

  • Kontaktdaten des Verbrauchers oder Unternehmens (Name, Anschrift, Geburtsdatum etc)
  • Finanzgeschäfte: Kundenkonten bei Versandhandel, Telekommunikationskonten, Eröffnung eines Giro-Kontos, Kredit- und Leasingverträge, Kreditkarte
  • Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen oder amtlichen Bekanntmachungen (bspw. Privatinsolvenzverfahren, Abgabe eidesstattlicher Versicherung)
  • Daten über nicht rechtzeitige Zahlung von offenen, fälligen und unbestrittenen Forderungen oder von titulierten Forderungen
  • Daten über den Missbrauch von Konten, z.B. nach Sperrung eines Kontos

Grundsätzlich gilt dabei, dass Daten nur an die SCHUFA übermittelt werden dürfen, wenn der Betroffene dem ausdrücklich zustimmt. Dies ist meist durch Unterzeichnung einer sog. SCHUFA - Klausel in einem Vertrag der Fall.

Was versteht man unter dem sogenannten "Scoring" - Verfahren?

Dabei erhält jede Person einen Wert zwischen 0 und 100 (Scoringwert), anhand dessen man die Kreditwürdigkeit feststellen können soll. Ermittelt wird dieser Wert auf Basis von Merkmalen wie „Kunde seit", „Wohnort", „Beruf", „Sicherheiten", wofür Punkte vergeben, diese gewichtet und dann zu einer sog. Bonitätsnote zusammengefasst werden

Dabei gibt es 7 verschiedene Scorings für verschiedene Branchen, z.B. Telekommunikation, Versandhandel etc

An wen werden die Auskünfte erteilt?

Auskünfte bekommen Vertragspartner der SCHUFA. Diese werden unterteilt in A-Vertragspartner, B-Vertragspartner und F-Vertragspartner. Die wichtigste Gruppe sind dabei wohl die A-Vertragspartner, zu welchen Kreditinstitute, Leasinggesellschaften und Kreditkartenunternehmen zählen. B-Vertragspartner sind alle Nichtbanken, z.B. Versandhandel und Telekommunikation, F-Vertragspartner sind Inkassounternehmen.

Lesen Sie in unserem nächsten Rechtstipp, wie man sich gegen unberechtigte Einträge der SCHUFA wehren kann.