Häufige Irrtümer im Mietrecht

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Im Zusammenhang mit einem Mietverhältnis halten sich viele Rechtsirrtümer hartnäckig. In unserem nachfolgenden Rechtstipp haben wir einige davon für Sie aufgedeckt:

 

  1. Rücktrittsrecht vom Mietvertrag Oft begegnet einem die Laienmeinung, von jedem Vertrag könne man binnen zwei Wochen wieder zurücktreten, so auch vom Mietvertrag. Falsch! Ein generelles Rücktritts- oder Widerrufsrecht von einem Mietvertrag existiert nicht. Ist der Vertrag einmal geschlossen gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, außer ein Rücktrittsrecht ist vertraglich vereinbart oder der Vermieter ist bereit, das Mietverhältnis einvernehmlich wieder aufzuheben.
  2. Recht auf Nachmieterstellung Viele meinen, dass man den Mietvertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Frist beenden kann, wenn man dem Vermeiter drei Nachmieter präsentiert. Falsch! Es gibt kein Recht auf Nachmieterstellung, der Mieter hat grundsätzlich die Kündigungsfristen zu beachten. Bei langer Vertragsbindung kann dem Mieter unter Umständen ein solches Recht zustehen, wenn ein sog. Härtefall vorliegt, z.B bei berufsbedingtem Ortswechsel etc. Zudem ist es möglich, im Mietvertrag eine Nachmieterklausel zu vereinbaren, welche für den Vermieter dann auch bindend ist.
  3. Keine Mieterhöhung bei bestehenden Mietmängeln " Eine Mieterhöhung ist ausgeschlossen solange Mängel bestehen" Auch diese Annahme ist falsch. Mieterhöhung und Mietmängel sind zwei Paar Schuhe, die nichts miteinander zu tun haben. Man sollte tunlichst davon absehen, einer Mieterhöhung wegen Mängeln der Mietsache nicht zuzustimmen. Der Vermieter kann die Zustimmung einklagen! Natürlich bedeutet das nicht, dass man schutzlos ist was die Mängel anbelangt. Möglichkeiten sind hier Mietminderung, etc.
  4. Anspruch auf einen Zweitschlüssel Der Vermieter oder die Hausverwaltung haben Anspruch auf einen Zweitschlüssel. Falsch! Es reicht aus, dass der Vermieter weiß, wer im Notfall einen Ersatzschlüssel hat. 5. Kaltmiete bei vorzeitigem Auszug Bei vorzeitigem Auszug muss bis zum Ende des Mietverhältnisses nur noch die Kaltmiete bezahlt werden. Last but not least ist auch diese Annahme falsch. Die Miete plus Nebenkostenvorschüsse müssen bis zum Ende bezahlt werden. Auch dann, wenn die Wohnung noch bis zum Ablauf der Kündigungsfrist leer steht.