Recht aus der Region: Straubinger „Strohballen-Mord“ erneut vor Gericht

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Bereits 2007 soll der heute 33-jährige Beklagte seinen 48-jährigen Onkel aus Bogen bei Straubing aus Habgier ermordet haben. Aus Mangel an Beweisen wurde er jedoch im ersten Prozess freigesprochen.

Bereits 2007 soll der heute 33-jährige Beklagte seinen 48-jährigen Onkel aus Bogen bei Straubing aus Habgier ermordet haben. Aus Mangel an Beweisen wurde er jedoch im ersten Prozess freigesprochen.

Gut fünfeinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod des Automechanikers wird der Mordprozess vor dem Regensburger Landgericht nun erneut aufgerollt. Der Angeklagte soll seinen Onkel erdrosselt haben, um an 2700 Euro Bargeld und an eine Bankkarte zu kommen.

Die Leiche wurde in der Nähe des Straubinger Zoos zwischen zwei Strohballen versteckt gefunden, was dem Verbrechen in der Region zu seinem Namen verhalf.

Aufgefallen war der Angeklagte den Ermittlern, weil er im Tatzeitraum plötzlich diverse Schulden zurückbezahlen konnte, eine Hotelrechnung beglich und einen größeren Geldbetrag auf sein Sparkonto einbezahlte – nachweislich vom Geld des toten Onkels. Jedoch wurde das Tatwerkzeug nie gefunden und Tatort und Tatzeit konnte von den Ermittlern nicht festgestellt werden.

Nach einem aufwendigen Indizienprozess mit 17 Verhandlungstagen und über 60 gehörten Zeugen musste das Gericht den Angeklagten letztendlich aus Mangel an Beweisen freisprechen.

Es kämen auch noch andere Personen aus dem Umfeld des Opfers als Täter in Frage, so die Regensburger Richter. Auch wenn sie selber „Zweifel an der Unschuld des Angeklagten" hegen, sei dies nicht ausreichend für eine Verurteilung, der Angeklagte sei nach dem Grundsatz „in dubio pro reo" (im Zweifel für den Angeklagten) freizusprechen.

Die Staatsanwaltschaft Straubing legte gegen das Urteil Revision ein, welche der Bundesgerichtshof annahm und den Fall zur Neuverhandlung an das Landgericht Regensburg zurückverwies.

Die Entscheidung sei zu sehr auf einzelne Teilaspekte bezogen worden, ohne dass das Gesamtbild der Beweisaufnahme ausreichend gewürdigt wurde. Belastende Indizien seien nicht korrekt gewichtet worden.

Der Prozess ist für Oktober oder November 2012 angesetzt. Der Angeklagte war in Untersuchungshaft, kam jedoch auf Kaution frei und wartet nun auf seinen zweiten Prozess vor einer anderen Strafkammer.