BGH bestätigt Verurteilung im Fall Mord ohne Leiche

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Landgerichts Trier bestätigt, mit dem dieses einen Angeklagten wegen versuchter Anstiftung zum Mord sowie wegen Mordes für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt hat, obwohl der corpus delicti bis dato verschwunden bleibt (Urteil vom 02.05.2012, 2 StR 395/11).

Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Landgerichts Trier bestätigt, mit dem dieses einen Angeklagten wegen versuchter Anstiftung zum Mord sowie wegen Mordes für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt hat, obwohl der corpus delicti bis dato verschwunden bleibt (Urteil vom 02.05.2012, 2 StR 395/11).

Zum Sachverhalt

Der Angeklagte und dessen Frau kauften 1987 das Gehöft des späteren mutmaßlichen Opfers Walter K., in welchem dieser ein lebenslanges Wohnrecht zurückbehalten hatte. Es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen, 1988 schoss der Angeklagte sodann mit einer Pistole auf Walter K, weswegen er wegen versuchten Morgdes verurteilt und eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet wurde.

Der Angeklagte floh jedoch aus der Untersuchungshaft, hielt sich bis Eintritt der Vollstreckungsverjährung verborgen und kehrte zusammen mit seiner Frau 2001/2002 auf das Anwesen zurück.

Kurz danach bot er dem im Anwesen wohnenden Mieter Erich W. 10.000 Euro für die Tötung von Walter K. an, was dieser jedoch ablehnte.

Im Sommer 2007 drohte der Angeklagte Walter K. mit einer Schaufel in der Hand an, er werde ihm das Hirn aus dem Kopf schlagen. Seit dem 7. September 2007 wurde Walter K. nicht mehr gesehen.

Die Entscheidung des Landgerichts Trier

Das Landgericht Trier ist der Überzeugung, der Angeklagte habe Walter K. vom 4. auf den 5. September 2007 getötet und anschließend dessen Auto in einem 45 km entfernten Ort in Luxemburg abgestellt. Die Richter werteten dies als Mord aus niedrigen Beweggründen und nahmen eine schizotypische Persönlichkeitsstörung des Angeklagten an, welche jedoch dessen Schuldfähigkeit nicht beeinträchtige. Vorangegangen sei zudem der fehlgeschlagene Versuch der Anstiftung zum Mord gegenüber dem Mieter Erich W.

BGH bestätigt Urteil des Landgerichts

Der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat die Revision des Angeklagten als unbegründet verworfen. Die Nachprüfung des Urteilsergebe keinen Fehler zu Laten des Angeklagten, das Landgericht habe in einem korrekt durchgeführten Ausschlussverfahren alle in Frage kommenden Alternativen zurückgewiesen und aus Indizien Rückschlüsse auf die vorsätzliche Begehung durch den Angeklagten gezogen. Ebnfalls bestätigt wurde die Annahme des Mordmerkmals der niederen Beweggründe, das Urteil ist damit rechtskräftig.

(BGH, Urteil vom 02.05.2012, Az. 2 StR 395/11)