Neues im Prozess um den Straubinger "Strohballen-Mord"

Geschrieben von Rechtsanwältin Baumann am .

Im Juni berichteten wir bereits, dass das Landgericht Regensburg erneut im Straubinger Strohballen-Mord zu entscheiden (entsprechenden Beitrag finden Sie hier) hat. 2008 wurde der mutmaßliche Täter aus Straubing von den Regensburger Richtern freigesprochen. Knapp ein Jahr später hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und wies den Fall an das Landgericht zur Neuverhandlung zurück.

Im Juni berichteten wir bereits, dass das Landgericht Regensburg erneut im Straubinger Strohballen-Mord zu entscheiden (entsprechenden Beitrag finden Sie hier) hat. 2008 wurde der mutmaßliche Täter aus Straubing von den Regensburger Richtern freigesprochen. Knapp ein Jahr später hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und wies den Fall an das Landgericht zur Neuverhandlung zurück.

Das Urteil des Schwurgerichts lautete nun kürzlich lebenslänglich für Mord aus Habgier und Raub mit Todesfolge. Der Freispruch wurde aufgehoben und Haftbefehl wegen Fluchtgefahr gegen den mittlerweile 33-jährigen Neffen des Opfers erlassen.

Nach einer sehr aufwendigen Beweisaufnahme mit 60 Zeugen gab es für die Richter keinen Zweifel mehr. In der Gesamtschau würden alle Indizien wie ein Mosaik zusammen passen, so der vorsitzende Richter Pfeiffer. Der Angeklagte hatte sich von Anfang an verdächtigt gemacht, weil er kurz nach Verschwinden des Onkels plötzlich über Geld verfügte und seine Schulden tilgen konnte. Für die Kammer gab es keine andere Erklärung für den plötzlichen Reichtum des 33-jährigen, welcher selbst auch keine lieferte. Zudem drängte er kurz nach Verschwinden des Opfers auf sofortige Erstellung eines Reisepasses und auf einem der erbeuteten Geldscheine wurden seine Fingerabdrücke gefunden.

Als Tatort kommt der vom Angeklagten geliehene Audi in Betracht, der von diesem nach einer Nutzungsdauer von nur einem Tag penibelst gereinigt und mit auffälligem Geruch zurückgegeben wurde. Tatwaffe könnte den Ermittlungen nach ein Springseil aus Stahl gewesen sein, wie es auch vom Angeklagten verwendet wird.

Die letzten Puzzleteile bildeten dann noch die Daten der Handys von Opfer und Angeklagtem. Es konnte genau nachvollzogen werden, wo und wann die jeweiligen Personen zum Tatzeitpunkt eingeloggt waren, was sich mit den Angaben des Angeklagten nicht vereinbaren ließ. Zudem rief dieser nach der Tat vom Handy des Opfers aus seinen Bruder an und schaltete dieses dann am Fundort der Leiche ab, wo es jedoch nie gefunden wurde.

Die Staatsanwaltschaft sah auch das zweite Mordmerkmal der Heimtücke als erwiesen an. Dem folgte das Gericht jedoch nicht und stellte daher auch nicht die besondere Schuld des Angeklagten fest.

Die Verteidigung kündigte bereits erneute Revision an.

(Quelle: Artikel in der Mittelbayerischen Zeitung vom 21.12.2012)